Entspannung auf hawaiianisch

Über den Körper kann eine Klärung
der Persönlichkeit erreicht werden.

Christioph Bundschu, Körpertherapeut

Lomi Lomi ist eine besondere Massage­kunst.
Lehrgang für Interessierte.

ENTSPANNUNG. Es gibt Din­ge, von denen wünscht man sich, sie würden nie aufhö­ren. Dazu gehört eindeutig Lomi Lomi. Was das ist? Ent­spannung pur zu hawaiiani­schen Klängen. Wenn Anette Markart im Takt der Musik ihre Hände kraftvoll über den Körper gleiten lässt und verspannte Muskeln aus­streift, verliert sich das Sein im Reich des Wohlbefìndens. Eine Stunde in einer anderen Welt, aus der man schließlich wie neu geborn auftaucht. Lomi Lomi hat seinen Ur­sprung in Hawaii. Entwickelt wurde diese Form der Massage von Meistern, Schamanen und Priestern. Margarete und Christoph Bundschu haben sie vor 15 Jahren nach Europa geholt. Und die Körperthera­peuten aus München geben ihr Wissen weiter. Am 30. April startet im Studio Dreh­punkt in Bregenz ein Lehr­gang.

Ständige Bewegung
Auf Hawaii gehört Lomi Lomi zum Alltag. Fast jeder beherrscht es. Dabei ist die­se Form der Körperarbeit oft mehr als nur eine Mas­sage. „Die aktuelle Gehirn­forschung bestätigt, was die Hawaiianer seit Jahrhunder­ten wissen und nutzen: Dass nämlich über den Körper eine Klärung und Entwicklung der gesamten Persönlichkeit ei­nes Menschen erreicht wer­den kann“, sagt Christoph Bundschu. Charakteristisch für den hawaiianischen Mas­sagestil sind kontinuierlich fließende, kreisende und in­einander übergehende Strei­chungen mit Fingern, Hän­den und Unterarmen. Lomi Lomi bewegt im wahrsten Sinne des Wortes. Während man sich selbst in wohligem Abgetauchtsein befìndet, ist die Therapeutin ständig in Bewegung.

Was laut Anette Markart aber weit weniger anstrengt als eine herkömmliche Mas­sage. „Ich arbeite lieber mit Lomi Lomi, denn die speziel­len Bewegungen sind auch für den Behandler ruhig und ent­spannend“, erzählt die Medizin- und Heilmasseurin. Es sei wirklich ein Miteinander. Ger­ne wendet sie Lomi Lomi bei Schulter- und Nackenprob­lemen an. „Erst kürzlich hat mir eine Frau gesagt, sie habe sich nach der Behandlung ge­fühlt, als seien ihr die Flügel geputzt worden“, berichtet die 35-Jahrige von wahrlich durchgreifenden Erfolgen.
Lomi Lomi wird am nackten Körper angewandt. Doch weil sich nicht alle Klienten damit anfreunden können, werden winzige und deshalb kaum störende Einmalslips ausge­geben. Die Massage erstreckt sich vom Kopf bis in die Ze­henspitzen.
Immer wieder taucht Anette Markart ihre gefühl­vollen Hände in duftendes Öl, während die Klänge der hawaiianischen Musik durch den Raum schweben. Man möchte die Augen gar nicht mehr öffnen. Einfach liegen bleiben. Die Sinnlichkeit ein­atmen, die Lomi Lomi zuwei­len auch weckt.
Doch nach einer Stunde zieht Markart die Decke über den Körper, drückt noch ein­mal kräftig gewisse Punkte und lässt einen mit einem letzten Lied allein. Geredet werde eigentlich nichts, sagt sie gleich zu Beginn. Aber das Bedürfnis ist ohnehin nicht vorhanden. Man genießt und schweigt.